Aufräumzeit!

September 21, 2018

Es gibt so Momente, da begegnet einem überall das gleiche Thema. Früher habe ich das immer so interpretiert, dass ich – weil ich in dieser Situation stecke – diesbezüglich eine größere Aufmerksameit habe. Wie die Schwangere, die plötzlich überall nur mehr Schwangere sieht.

Die letzten Jahre ist mir aber immer klarer geworden, dass es durchaus Themen im sogenannten Kollektiv – in einem weiteren sozialen Umfeld in der Gesellschaft – gibt, das erspürbar ist. Besser gesagt: dass ich spüre. Wobei das eine das andere nicht ausschließt 😉

Zurzeit ist es für mich das Aufräumen – auf allen Ebenen. Ob nun in den Beziehungen, daheim, in finanziellen Dingen oder beruflichen Angelegenheiten. Es ist Zeit loszulassen, was überfällig ist, sich schon lange nicht mehr richtig anfühlt, sich abzugrenzen von dem, was nicht zu einem gehört. Mir zeigt das Bild vom aufgerollten Puzzle deutlich, wie dieses Aufräumen alte Ordnungen und Strukuren brechen lässt. Dann wird erst die Chance frei für Veränderung. Es wird Platz frei für Neues, für den Moment Richtiges, darum auf jeden Fall Besseres…

Dann kam mir dieses Bild unter:

Und es hat mich einfach fasziniert. Wenn wir etwas auf die Seite legen, wegwerfen oder loslassen, dann ist das oft wie ein Sprung ins Leere. Wie der Goldfisch hier aus dem Glas.

Was ist hier passiert? Ist er rausgehüpft und hat darum das Glas umgeworfen? Oder ist es der Person passiert, die zu der Hand gehört? Sie ist gestoplert und dabei ist ihr das Glas aus der Hand gefallen und den Goldfisch hat es rausgeworfen?

In der jetztigen “Aufräumzeit” ist es für mich sicher Letzteres, Veränderungen stehen an, wer sich dagegen wehrt, kann es dennoch nicht wirklich aufhalten, aber das andere haben wir in der Hand. Wir können raushüpfen, aktiv entscheiden, wohin wir hüpfen.

Was fällt euch ein, wenn ihr das Bild betrachtet? Denkt ihr euch:

  • Oh je, das ist das Ende von diesem armen Goldfisch! Der stirbt ja ohne Wasser.

Oder:

  • Yeah, der hüpft raus und in ein größeres Gewässer. Das Glas war ja ein Gefängnis für ihn!

Mir hat das Bild sofort Befreiung suggeriert. Und das nehme ich jetzt und räume weiter auf 😉

2 Antworten auf Aufräumzeit!

  • Liegt es vielleicht am scheidenden Sommer oder am heraufziehenden Herbst? Wie im Frühjahr der obligatorische Frühjahrsputz fällig ist, kommt im Herbst häufig die Aufräumzeit. Es fängt mit den Gartenmöbeln an, geht über das Entsorgen von Klamotten, die man im Sommer schon wieder nicht getragen hat und endet oft bei den nicht erledigten Vorhaben. Meine Methode: Ad acta legen, bis sie sich von selbst wieder melden. Es geht mir dabei nicht einmal so sehr um Aufbruch, Freiheit, was Neues machen, sondern um eine Art Bilanz und darum Wichtiges und Bewahrungswürdiges vom Ballast zu trennen.
    Zu dem Bild mit dem Goldfisch möchte ich nur sagen: Mach es gut kleiner Freund, etwas besseres als ein Zahnputzglas findest du überall.

    • Lieber Roger,
      dieser Kommentar wäre fast im Spam verschwunden, aber jetzt habe ich ihn entdeckt… Sorry, dass es nicht früher war…
      Interessante Feststellung, die Aufräumzeit mit der Jahreszeit zu verbinden. Mir kam es dieses Jahr nicht als etwas vor, was sich jedes Jahr wiederholt, aber vielleicht doch? Hm, spätestens im nächsten Herbst werde ich darauf achten und schauen, ob wieder eine ansteht, okay?
      Ich glaube, das Eine ist vom Anderen nicht zu trennen: Wenn man Ballast ablegt, wird Platz für Neues frei – und wird oft auch vom Neuen genutzt.
      Deine Methode ist mir fremd, das sage ich gleich. Ich beende gerne nicht erledigte Vorhaben – außer sie erweisen sich als nicht mehr zeitgerecht nötig, dann sind sie aber auch wirklich weg vom Tisch. Das schaue ich mir aber an, weil ich nicht möchte, dass die sich bei mir uzu einem ungünstigen Zeitpunkt melden 😉
      Deine Meinung zum Bild vom Goldfisch ist herrlich! Die teile ich hingegen zu 100% mit dir – grins

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